Die unmittelbare Wirkung des Reichskonkordats ist schwer zu erfassen. Zunächst sind die Parteien zu unterscheiden, für die das Abkommen Bedeutung bzw. Signalwirkung hatte.
Der Heilige Stuhl
Die deutsche Regierung
Die katholische Bevölkerung in Deutschland
Für den Heiligen Stuhl wird der Aspekt im Vordergrund gestanden haben, mit dem Konkordat über eine Rechtsgrundlage zu verfügen, auf deren Basis man eventuell notwendig werdende Proteste gegen die Regierung formulieren konnte. Man brauchte im Jahr 1933 kein Hellseher zu sein, um vorauszusehen, dass ein Kirchenkampf bevorstand.
Die deutsche Regierung zählte auf die propagandistische Wirkung des Konkordats im In- und Ausland. Die erst sechs Monate alte Regierung konnte nun ein internationales Abkommen vorweisen, das sie (teilweise zurecht) als Anerkennung wertete. Das Reichskonkordat war jedoch nicht das erste Abkommen dieser Art. Bereits am 15. Juli 1933 hatten Frankreich, Großbritannien, Italien und das Deutsche Reich den „Vier-Mächte-Pakt“ unterzeichnet und damit die Hitler-Regierung als Verhandlungspartner anerkannt.
Die Wirkung auf die katholische Bevölkerung ist nicht eindeutig. Gewiss wird man das Abkommen als eine Verbesserung des Klimas zwischen Kirche und Nationalsozialismus verstanden haben. Die Folgerung, dass man sich dadurch auch ideologisch näher gekommen sei, ist jedoch falsch. Schließlich beinhaltet das Konkordat keinerlei ideologische Festlegung, sondern lediglich pragmatische Bestimmungen.
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